Bericht: Friedel Grümme - Fotos: Thomas Nitsche

Der erste Tag / Samstag, 25.10.2008

Am 25.10.2008 starteten insgesamt 72 Personen aus dem Raum Werl in Richtung Rom, davon 66 per Flugzeug, während 6 Personen eine Bahnfahrt vorzogen. Organisiert war die Wallfahrt vom BUND DER HISTORISCHEN DEUTSCHEN SCHÜTZENBRUDERSCHAFTEN e.V., Köln, und gemanagt durch die hiesigen Brudermeister Ulrich Hüermann und Christoph Zeppenfeld. Teilnehmer natürlich auch der Präses der beiden St. Sebastianus-Schützenbruderschaften Werl und Westönnen, Herr Propst Michael Feldmann. Wie wir feststellen konnten in Rom ortskundig und kein Unbekannter.

Per Omnibus zum Flughafen Münster-Osnabrück transportiert startete die Boing 737 um 12.10 Uhr und brachte uns in knapp 2 Stunden zum Flugplatz in der ewigen Stadt. Untergebracht war die gesamte Truppe im Ferienhaus „Villa Maria Rose Molas“, einem Schwersternhaus, im HL. Jahr 2000 grundlegend erneuert und zu einem Gästehaus umfunktioniert, unterhalten und betrieben aber noch weiterhin von den „Schwestern unserer Lieben Frau vom Trost“ in ruhiger Lage außerhalb des Stadtkerns.

 



Der zweite Tag / Sonntag, 26.10.2008

Am Sonntag dann der 1. Transfer per Bus zum Petersplatz, wo um 12.00 Uhr das Angelus-Gebet mit dem HL. Vater Papst Benedikt XVI und anschließendem Papstsegen stattfand. Zigtausende Pilger aus aller Herren Länder waren auf dem Petersplatz und jubelten dem Papst lang anhaltend zu. Ein wirklich ergreifendes Erlebnis dabei zu sein und das zu erleben. Um 13.00 Uhr wurde dann in der nicht weit entfernten Pfarrkirche Gregorio VII vom Bundesjungschützenpräses, Msgr. Robert Kleine eine HL.Messe gelesen, an welcher alle Pilger teilnahmen.

Nach einer Freizeit erfolgte dann für alle Schützen um 16.30 Uhr ein Festzug über die Via della Conciliazione um die Engelsburg wieder zurück zum Petersplatz, wo vom Spielmannszug aus Xanten und der Blaskapelle der Eisenbahner aus Altenbeken der Große Zapfenstreich dargeboten wurde. Auch dies ein ergreifender Moment.

 




Der dritte Tag / Montag, 27.10.2008

Einer der Höhepunkte des gesamten Programms dann am folgenden Tag, also dem Montag, der gemeinsame Einzug aller Schützen in den Petersdom zum Pontifikalamt um 10.00 Uhr, zelebriert von S.E. Herrn Weihbischof Dr. Heiner Koch, Präses des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, mit der Weihe der neuen Bundesstandarte am Altar des HL. Sebastian. Die Bundesstandarte wurde von der Schützenbruderschaft Beverungen übernommen, welche in diesem Jahr das Bundesfest ausgerichtet hat und wandert von dort aus im nächsten Jahr zur Schützenbruderschaft Hövelhof, welche 2009 das Bundesfest ausrichtet. Anschließend standen Besichtigungen auf dem Programm. Zunächst unter dem Begriff Christliches Rom mit der Basilika von St. Peter (Petersdom) und dem Petersplatz.

Der Petersdom (auch Peterskirche oder Basilika St. Peter genannt) ist die größte der 4 Patriachalbasiliken in Rom und das Zentrum der Vatikanstadt. Er fasst 60.000 Personen und ist mit einer überbauten Fläche von ca. 15.000 qm eine der größten Kirchen der Welt. Ihren Vorgängerbau ließ Konstantin der Große um 324 als Grabeskirche über dem vermuteten Grab des Apostels Simon Petrus errichten. Überwältigend die Innenausstattung von u.a. der Kuppel, dem Papstaltar mit Bronzebaldachin, den vatikanischen Grotten, den Decken und Wänden, der Pietá Michelangelos, der Bronzestatue des HL. Petrus, den Papstgrabmälern, um nur einige zu nennen. Lt. Aussage wurden im Jahr 2007 im Durchschnitt 20.000 Pilger pro Tag gezählt. Die Reiseleiterin führte uns dann unter dem Begriff „Romantisches Rom“

zur Spanischen Treppe:

Die spanische Treppe ist eine der bekanntesten Freitreppen der Welt und eine der größten Sehenswürdigkeiten Roms. Sie gilt auch als Treffpunkt für junge Menschen und Touristen aller Nationen.

zum Pantheon:

Das Pantheon als Rundbau mit 43 mtr. Innendurchm. mit einer gewaltigen Kuppel, welche nach oben offen ist und eine Öffnung von ca. 9 mtr. hat. Von der guten Akustik konnten wir uns überzeugen, nachdem unser Präses, Herr Propst M. Feldmann das Lied „Lobet den Herren“ angestimmt hatte und alle kräftig mit einstimmten.

zum Trevibrunnen:

Der Trevibrunnen ist der populärste und mit ca. 26 mtr. Höhe und rund 50 mtr. Breite größte Brunnen Roms. Er gilt als einer der bekanntesten Brunnen der Welt und ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Angeblich soll es Glück bringen eine Münze mit der linken Hand über die rechte Schulter in den Brunnen zu werfen. Hier suchen viele Touristen ihr Glück, wodurch pro Jahr € 600.000 zusammen kommen, welche die Denkmalbehörde der Stadt Rom kassiert. Auch aus unserer Gruppe beteiligten sich einige an diesem Spiel. Mal hören in nächster Zukunft, ob das Glück zugeschlagen hat.

Piazza Navona:

Piazza Navona ist eine der charakteristischen Plätze des barocken Roms. Diente früher als beliebter Schauplatz für Messen, Märkte und Feste. Heute wird der Platz von Souvenirhändlern und Touristencafés bestimmt, da er das ganze Jahr über stark von Touristen frequentiert wird.

Ebenfalls der Via del Corso.

 






Der vierte Tag / Dienstag, 28.10.2008

Der 4. Tag stand nochmals im Zeichen antikes und christliches Rom. Leider war das Wetter an diesem Tag nicht so gut. Ausgerechnet da hatten wir am Vormittag einige Besichtigungen im Außenbereich. Schnell aber hatten wir uns mit Regenschirmen für € 3,- oder Regencapes eingedeckt und konnten somit das vorgesehene Programm voll durchziehen. Zunächst führte uns die Reiseleiterin zum Kolosseum, dem größten im antiken Rom erbauten Amphitheater. Es ist eines der Wahrzeichen der Stadt und ein Zeugnis für die Baukunst der alten Römer. Weiter ging es zum Forum Romanum, das ein Spiegel der Römischen Geschichte ist und als Zentrum der politischen Macht in Rom und im Römischen Reich gilt. Schließlich kamen wir zum Konstantinbogen, einem dreibogigen Triumpfbogen, der an Kaiser Konstantins Sieg gegen seine Widersacher erinnert. Dann ging es zum Kapitol, dem kleinsten der sieben Hügel des antiken Roms und schließlich zur Piazza Venezia, einem Platz am Fuß des Kapitol im Herzen Roms und letztlich zur Trajansäule, einer Ehrensäule für den römischen Kaiser Trajan. Die Säule gilt als eines der am besten erhaltenen antiken Monumente.

Um ca. 12.00 Uhr trafen wir uns dann geschlossen in der Lateran-Basilika (Basilika St. Giovanni im Lateran) zum gemeinsamen Gebet. Diese Basilika, genannt auch „die Kathedrale von Rom“ ist die ranghöchste der 4 Kathedralbasiliken und die Bischofskirche Roms. Eine Basilika mit unbeschreiblichen Kunstschätzen.

Um 14.00 Uhr hatten wir dann eine Hl. Messe in der Basilika St. Paul vor den Mauern, welche ebenfalls eine der 4 Patriarchalbasiliken von Rom ist. Die erste St. Paul-Basilika wurde im Auftrag Konstantins über dem Grab des Apostels Paulus errichtet. Bis zum Bau des Petersdoms war sie von der Grundfläche her die größte Kirche der Welt.

Papst Benedikt XVI. eröffnete am 28.07.2008 in der Basilika gemeinsam mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäus I. das Paulusjahr zum Gedenken an das 2000. Geburtsjahr des Apostels Paulus.

Um 16.00 Uhr trafen sich alle zu einer Andacht in der Basilika St. Sebastiano mit anschließender Besichtigung der Katakomben, wo auch die Krypta des Hl. Sebastian ist, dem Schutzpatron unserer Schützenbruderschaften.

Die Kirche S. Sebastiano war bei ihrer Entstehung anders als die heutige. Erst im Mittgelalter ging der Kult des Hl. Sebastian von der Katakombe auf die Kirche über und gab ihr seinen Namen. Unterhalb der Kirche und der umliegenden Grabstätten breitet sich die große Katakombe aus.

Am Grabmal des HL. Sebastianus wurde ein Bild mit den Brudermeistern und Ehrenbrudermeistern beider Schützenbruderschaften und dem stellv. Bürgermeister gemacht.

 




Der fünfte Tag / Mittwoch, 29.10.2008

Der absolute Höhepunkt folgte dann am 5. Tag., dem Mittwoch, mit der Papstaudienz um 10.00 Uhr auf dem Petersplatz. Die Schützen bildeten wohl die größte Gruppe der Pilger und hatten die ersten Plätze der Stuhlreihen zugewiesen bekommen. Teilweise saßen wir dicht am Mittelgang, wo der HL. Vater Papst Benedikt XVI. im Abstand von ca. 1 – 1,5 mtr. in seinem Papstmobil grüßend und segnend an uns vorbeifuhr. Dieser Moment war wirklich herzergreifend und rührend.

Die vielen Gruppen aller Nationen wurden vom HL Vater in allen Landessprachen begrüßt, was von allen sehr bejubelt und applaudiert wurde. Diese Audienz war sicher für uns das ergreifendste Ereignis der Wallfahrt. Übereinstimmend anschließend die spontanen Kommentare unserer Wallfahrer:

Zutiefst bewegt…total begeistert…..ergriffen und glücklich, so nah dran gewesen zu sein…..bewegender Moment….Spannung und Rührung….Da bekommst zu Gänsehaut….Diese Ausstrahlung des Papstes, einfach unbeschreiblich……ein Papst zum Anfassen…..Aufregend und überwältigend… wir sind froh, das erlebt zu haben…..

Am Nachmittag fuhren wir dann zur Besichtigung der Basilika Santa Maria Maggiore, wo von Präses S.E. Weihbischof Dr. Heiner Koch und vom Diözesanpräses von Köln, Pfarrer Reinhold Steinröder, eine Marienvesper gehalten wurde.

Damit war das offizielle Programm durch. Es waren sich alle Teilnehmer einig, daß an diesen vergangenen Tagen überwältigende Eindrücke gewonnen wurden und Informationen übermittelt wurden, die noch lange nachwirken werden.

 




Der sechste Tag / Donnerstag, 30.10.2008

Der letzte Tag der Romwallfahrt stand dann zur freien Verfügung.

Unser Präses, Herr Propst Michael Feldmann, bot den Westönner Wallfahrern an, das Grab der HL. Cäcilia, der Pfarrpatronin der Westönner Pfarrgemeinde, in der Kirche Sta. Cecilia in Trastevere zu besuchen, was einige wahrnahmen.

Über dem Grab der HL. Cäcilia, welche für ihren Glauben als Märtyrerin gestorben ist, steht heute die Kirche aus dem 9. Jahrhundert.

Andere entschieden sich ins Zentrum zu fahren, was allerdings auf Grund der an diesem Tage stattfindenden Demonstrationen der.Schüler, Lehrer und Eltern sehr schwierig wurde.

Viele entschieden sich für das Umfeld des Petersdomes und Petersplatzes, andere besonders auch für die Sixtinische Kapelle. Sie ist die große Kapelle des Apostolischen Palastes im Vatikan und wurde unter Papst Sixtus IV. errichtet, auf den auch der Name „Sixtinische Kapelle“ zurückgeht. Sie wurde am 15.08.1483 eingeweiht und beherbergt heute mehrere der berühmtesten Gemälde der Welt.

Sie ist ein Teil der Vatikanischen Museen und der Ort, an welchem das Konklave zusammentrifft, um die Papstwahl abzuhalten.

Am Abend spät ging es dann zurück zum Flughafen, wo die Maschine mit einiger Verspätung Richtung Münster-Osnabrück startete, wo schon die 2 Busse auf uns warteten und uns wohlbehalten wieder nach Werl und Westönnen zurückbrachten.

Von allen Seiten konnte man nur hören, daß man froh und glücklich sei, diese Reise mitgemacht zu haben, da doch jeder für sich unheimliche Eindrücke gewinnen konnte und mancher vielleicht eine der nächsten Gelegenheiten zu einer erneuten Wallfahrt nach Rom buchen wird.

 



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